Januar 2025 „Zwischen Ende und Anfang“

Jojo Moyes

Lila ist glücklich, das dachte sie eigentlich. Sie, die einen Beziehungsratgeber geschrieben hat, ein altes Häuschen gekauft hat, die zwei Töchter und einen Ehemann hat. Doch jetzt ist ihr Happy End wie ein Kartenhaus über ihr eingestürzt. Angefangen damit, dass ihr Mann Dan sie wenige Tage nach dem Erscheinen ihres Beziehungsratgebers verlassen hat. Es ist nicht einfach nur aus, nein, er hat sich in eine jüngere Frau verliebt, die auch noch eine Mutter aus der Schule ihrer Töchter ist. Wenn sie jetzt also ihre jüngere Tochter Violet abholt, begegnet sie der Neuen. Doch damit nicht genug, denn Dan und seine Neue erwarten ein gemeinsames Kind!

Das ist jedoch nicht die einzige Baustelle in ihrem Leben, denn ihre Teenagertochter Celie spricht nicht mehr mit ihr, ob wohl es ihr nicht gut zu gehen scheint, das Häuschen ist so uralt, dass sie es dringend sanieren sollte aber das Geld fehlt und die Deadline für das nächste Ratgeberbuch für Singlefrauen sollte schon fertig sein. Dazu kommt, dass Bill, der Mann ihrer verstorbenen Mutter, der zuerst nur ab und zu da war, um ihr ein wenig unter die Arme zu greifen, beschlossen hat, ganz bei ihr einzuziehen. Er meint es gut, doch jeden Abend Linsen und das nackte Bild der Grossmutter über dem Tisch stimmen Violet und Celie nicht gerade glücklich. Man könnte meinen, nun sei es genug, doch erst Gene macht das Chaos komplett. Er ist Lilas leiblicher Vater und nach jahrelanger Abwesenheit braucht er jetzt dringend eine Unterkunft.

Als Leser braucht es Mut, die nächste Seite aufzuschlagen um zu erfahren, in welchem Dilemma Lila steckt. Doch Jojo Mojes versteht es, ihre Heldin mit grosser Warmherzigkeit immer wieder aufstehen zu lassen, denn «nach jedem Ende kommt ein neuer Anfang!» So auch für Lila, auch wenn sie zwischen zwei neuen Männern steht und sich für ihr Happy End genau überlegen muss, was sie wirklich will.

Alessandra Coricciati